Was heißt "gute wissenschaftliche Praxis"?

Drucksache - StempelDie etwas sperrige Formulierung "gute wissenschaftliche Praxis" ist seit der Jahrtausendwende zum feststehenden Begriff geworden. Seitdem lässt sie sich in zahlreichen Universitätsordnungen und offiziellen Verlautbarungen finden, die sich (fast durchgängig) auf die Denkschrift "Sicherung guter wissenschaftlichen Praxis" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 1998 beziehen. Was genau gute wissenschaftliche Praxis ist, lässt sich schwer in aller Kürze formulieren, grundlegende Leitsätze lassen sich aber fassen:

  • Gute wissenschaftliche Praxis basiert auf "Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen. Sie ist zugleich ethische Norm und Grundlage der von Disziplin zu Disziplin verschiedenen Regeln wissenschaftlicher Professionalität [...]". (Denkschrift GWP, S. 13).

 

  • Gute wissenschaftliche Praxis ist der Sorge für die Nachvollziehbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse verpflichtet. Erkenntniswege, Zwischenergebnisse und Grundlagen der eigenen Arbeit werden dokumentiert und für andere zusammen mit den Resultaten einer Forschung zugänglich gemacht.

 

  • Gute wissenschaftliche Praxis ist der Sichtbarkeit von Verantwortlichen und BeiträgerInnen verpflichtet. Es wird stets offengelegt, wer - und im besten Falle in welchem Umfang - an einer Arbeit beteiligt war.